Schreibbüro zum blauen Federkiel

Inhaltszusammenfassung - Die Verwandlung (Kafka)

by Unknown





Kapitel 1

Das erste Kapitel kann man in drei Sinnabschnitte unterteilen. Im ersten Abschnitt (s.5, z.1 bis s.10, z.34) dreht sich alles darum, dass der Hauptcharakter Gregor Samsa in Gestalt eines Käfers versucht das Bett zu verlassen. Dieser ist beim Anblick der neuen Gestalt überrascht, keineswegs glücklich über dieses Erscheinungsbild (s.5, z.9f.) und fühlt sich nicht beweglich (s.6, z.36). Er erzählt von seinem harten Beruf als Reisender (s.5, z. 34ff.), bis ihm das eigentlich jetzige auffällt, wie er wohl aus diesem Bett herauskommen kann. Er steht unter Zeitdruck, da er, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, schnellstmöglich aufstehen muss. Beim Zuspätkommen würde er dann womöglich seine anstrengende Arbeit als Reisender verlieren (s.6, z.10ff.) und er hätte kein Geld um die Schulden bei seinen Eltern ab zu bezahlen (s.6, z.20f.). Er merkt ebenfalls schnell, dass seine Stimme nicht mehr ganz die Alte war, sondern undeutlicher und piepsiger wurde (s.7, z.15ff.). Die Schwester sorgt sich um ihren Bruder (s.7, z.33), da dieser sich nicht rührt. Aufgrund der Arbeit wollte der in einem Käfer Verwandelte aufstehen, was sich als schwere Arbeit darstellt, da dieser sehr breit ist und ebenfalls keine Kontrolle über seine vier Beine besitzt (s.8 ,z. 14ff.). Er grübelte über die Folgen des vermeindlich heftigen Aufpralls und wie er diese verringern kann. Immer wieder mit einem Blick zur Uhr fällt ihm die Idee ein, sich durch Schaukeln aus dem Bett überfallen zu lassen und auf dem Rücken zu landen, da dieser hart zu sein scheint (s.9, z.19ff.). Gregor fürchtet sich beim Ertönen der Klingel vor dem Auftauchen einer Person aus dem Geschäft, den Prokuristen, der ihn vermutlich kündigen würde (s.10, z.10ff.). Folglich muss er sich schleunigst aus dem Bett bewegen. Dies verwirklichte er mit seiner bisherigen Idee sich heraus zu schaukeln, worauf jedoch der harte Aufprall auf den Kopf resultiert, der ihm Ärger und Schmerz bereitet (s.10, z.30ff.).

Der nächste Abschnitt (s.10,z.35 bis s.15,z.7) dreht sich um die Zwispaltigkeit und die Schwierigkeit bei dem Entschluss die Tür zu öffnen und seine Gestalt zu offenbaren. Der Aufprall des Käfers wurde vom bereits eingetroffenen Prokuristen realisiert (s.10, z.35), welcher daraufhin dringenst mit Gregor persönlich sprechen will. Die Mutter entschuldigt ihren Sohn, indem erklärt, ihm ginge es schlecht (s.11, z.9f.), was den Prokuristen jedoch nicht davon abhält den vermeindlich Kranken sehen zu wollen und zur Rede zu stellen. Die Sorgen der Schwester werden zunehmend größer (s.11, z.39ff.), welche durch weinen zum Ausdruck gebracht werden.Gregor will die Türe aufschließen, vergisst jedoch beinahe darüber nachzudenken, dass er schließlich ein Käfer ist und die Familie und der Angehörige der Firma wohl nicht sonderlich begeistert von diesem Anblick sein würden (s.1, z.19ff.). Als der Verwandelte „Aber Herr Prokurist“ (s.12, z.36) rief, sorgt sich die Familie um Gregor, da diese Stimme nach einer Tierstimme klingt und man beschließt einen Schlosser zu bestellen (s.13, z.42f.). Gregor war beruhigter, als er bemerkte, dass man jetzt beginnt sich Sorgen um ihn zu machen und beschließt daraufhin die Türe zu öffnen, wobei er davor noch zur Türe und zum Schloss kommen muss, um den Schlüssel umzudrehen. Er schiebt also den Sessel zur Türe hin, wirft sich gegen die Tür und dreht mit dem Mund den Schlüssel um (s.14, z.24ff.). 

Im dritten Sinnabschnitt (s.15,z.7 bis s.19,z.33) dreht sich alles darum, wie die Anwesenden auf die Erscheinung des Käfers reagieren. Während der Prokurist ein verdutztes „oh!“ (s.15, z.14) ausstößt und die Mutter erschrocken und mit gefalteten Händen den Vater anschaut, reagiert der Vater mit dem Verdecken der Augen und dem darauffolgenden Weinen (s.15, z.11ff.). Es stellen sich zuerst Fragen dar, die sich Gregor stellt. So fragt er sich, wie er jetzt zur Arbeit kommt oder wie diese Situation aufgelöst und mit dem Reisen vereinbar gemacht werden kann (s.16, z.5ff.). Der Prokurist war schon dabei zu gehen (s.16, z.40ff.), als Gregor auffällt, dass er seinen Job verlieren und die belastenden Schulden nicht abbezahlen kann, weshalb er versucht ihn aufzuhalten (s.17, z.9). Hierbei bemerkt er die zunehmende Beherrschung seines Körpers und der Beine, die er scheinbar unter Kontrolle hat. Bei seiner Verfolgung wird Gregor Samsa jedoch von seinen Vater aufgehalten, der ihn mit Hilfe eines Stockes in sein Zimmer zurückdrängt. Georg hört auf seinen Vater, da er sich vor schlimmeren Folgen, die sein Vater ihn zufügen könnte, fürchtet. Diese Handlung wird allerdings durch die Breite des Käfers eingeschränkt, indem dieser im Rahmen der Tür feststeckt. Durch einen „erlösenden starken Stoß“ (s.9, z.31) landet Gregor in seinem Zimmer, allerdings durch den Schlag blutend (s.19, z.32). 


Kapitel 2

Das zweite Kapitel (S. 19, z. 35 bis S. 35, z. 26) lässt sich ebenfalls in Sinnabschnitte untergliedern. Der erste Abschnitt reicht von Seite 19, Zeile 35 bis Seite 24, Zeile 24, in welchen es um die Fürsorge der Familie geht. Schwer getroffen von dem Schlag des Stockes, erwacht nun Gregor aus seiner Ohnmacht und beginnt zu realisieren, dass er sich von dem Hieb schwere Verletzungen zugetragen hat. Als er einen, von seiner Schwester liebevoll zugestellten Napf mit Milch in seinem Zimmer realisiert, beginnt er dorthin zu laufen. Mit Verwunderung, über seine nicht mehr schmeckende, ursprüngliche Lieblingsspeise, wendet er sich wieder von dem Getränk ab. Daraufhin macht er sich Gedanken über die Zukunft seiner Familie, die er immer mit Stolz versorgen konnte (S.20,z.32), was jetzt, aufgrund der Käfergestalt nicht mehr möglich ist. Als die Schwester, die immer noch nicht an die Gestalt gewöhnt ist, die nicht angerührte Milch bemerkt, entschließt sie sich, Gregor eine Auswahl an verschiedenen Nahrungsmitteln zu gewähren. Gregor nimmt nur das „verfaulte Gemüse“ und den „ungenießbaren Käse“ (S.22,z.15ff.) zu sich, was ihn und auch seiner Schwester Grete beim Zurückholen der Lebensmittel verwundert. Grete kehrt mit Ekel die übriggebliebenen Sachen zusammen und schüttet diese in einen Kübel (S.23,z.6ff). Zu allem Überfluss kündigt das Dienstmädchen, das ebenfalls angewidert von dem Käfer ist und verlässt unter Tränen das Haus. Die gesamte Familie hat infolge der bisherigen Umstände keinen Hunger mehr (S.24,z.17ff.). 

Danach werden vorwiegend die Gedankengänge der Charaktere analysiert (S.24,z.25 bis S.28,z.33). Als Gregor Samsa erfährt, dass noch Geldmengen von früher vorhanden sind, wendet er sich von diesen Gedanken ab und denkt daran zurück, dass er mit seinem verdienten Geld als Reisender das Konservatorium seiner Geige spielenden Schwester bezahlen wollte. Es wird vom Vater gesprochen, der ein „alter Mann“ (S.26,z.13) sei und bereits seit fünf Jahren nichts gearbeitet habe (S.26,z.13f.). Die Mutter Gregors leidet an Asthma (S.26,z.18), weshalb es ihr auch schwerfällt, eine passende Arbeit zu finden. 

Die 17 Jahre alte Schwester besteht darauf, sich „nett zu kleiden“ (S.26,z.25), „lange zu schlafen“ (S.26,z.25), „in der Wirtschaft mitzuhelfen“ (S.26,z.24f.) und vor allem „Violine zu spielen“ (S.26,z.26). „Beschämend und traurig“ (S.26,z.29f.) erkennt Gregor, dass er nun wohl in dieser Käfergestalt, nicht mehr in der Lage sei, die Familie zu versorgen. Die Schwester hat sich jetzt, einen Monat nach der Verwandlung, schon an die Gestalt gewöhnt, will aber immer noch nicht in Gregors Nähe sein, da ihr „sein Anblick noch immer unerträglich war“ (S.27,z.37). Da dies der Käfer wahrnimmt, beschließt er, sich zu verstecken und ein Leinentuch vor seiner Gestalt zu legen (S.27,z.43ff.). Die Mutter will den Sohn, sobald es möglich sei, besuchen, was auch im Interesse Gregors ist. Dieses Bestreben wird allerdings von Vater und Schwester zurückgehalten. 

Darauffolgend bemerkt die Schwester im nächsten Abschnitt (S.28,z.33 bis S.32,z.13), dass das Verhalten Gregors, dem eines Käfers immer mehr gleicht, weshalb sie nun Zusammen mit der kranken Mutter beschließt, Möbel wegzuräumen, um Platz für Gregor zu schaffen, damit Gregor die Wände hochklettern kann. Nichts ahnend, dass Gregor die alten Erinnerungen behalten will. Auffällig ist auch, dass Grete, die Schwester des Verwandelten, denkt, dass der Käfer nicht Gregor selbst, sondern ein anderer Charakter und ein anderes Wesen ist (S.30,z.10f.), und das sich die Mütter noch nicht an die Gestalt Gregors gewöhnt hat (S.31,z.21f.). 

Der letzte Abschnitt (S.32,z.13) verdeutlicht die gegensätzlichen Charaktere der Mutter und des Vaters. Die noch nicht an den Käfer gewöhnte Schwester blickt zur Mutter, als diese geradewegs geschockt von dem Anblick des Käfers in Ohnmacht fällt (S.32,z.27ff.). Daraufhin ist die Schwester erbost, wobei Gregor selbst nichts böses will und voll Schuldgefühle geprägt ist. Beim Suchen nach Medikamenten, zerbricht Grete eine Flasche, welche Gregors Gesicht verletzt. Als der Vater nun auftaucht, ist dieser völlig verärgert und gibt, ebenfalls wie die Schwester, dem Käfer die Schuld am Familiendrama. Die Ablehnung des Vaters gegen den Käfer verstärkt sich zunehmend, weshalb der Vater beschließt, Gregor mit Äpfeln zu bewerfen. Ein Apfel dringt in den Panzer der Käfergestalt ein, was dem Käfer große Schmerzen bereitet. Diese Tat bleibt keineswegs ohne Folgen für Gregor, denn kurz dannach „versagt[e] schon Gregors Sehkraft“ (S.35,z.24). Des Weiteren resultieren andere Folgen aufgrund des Angriffes des Vaters mit Äpfeln. Diese werden im ersten Sinnabschnitt (S.35,z.26 bis S.36,z.4) des dritten Kapitels (S.35,z.26 bis S.50,z.42) näher erläutert. 


Kapitel 3

Gregor hat inzwischen körperliche Probleme durch den Apfel, der seit über einem Monat in seinem Panzer steckt (S.35,z.28). Darüber hinaus verliert er durch das Störhindernis an Beweglichkeit (S.35,z.35), weshalb es für ihn nicht mehr möglich ist, an der Decke zu kriechen. Das Familienleben, das sich um Gregor abspielt, wird von S.36,z.5 bis S.40,z.34 thematisiert. Auffallend ist hierbei, dass sich die Familie nicht wie früher an lebhaften Unterhaltungen beteiligt, sondern „es ging jetzt meist nur still zu“ (S.36,z.5ff.). Die Familienstruktur ändert sich, indem nun nicht mehr Gregor der Haupternährer der Familie ist, sondern Vater, Mutter und Schwester etwas zu dieser Position beitragen. Die Mutter, für die es aufgrund ihres Asthmas schwierig war, einen passenden Job zu finden, näht nun für ein Modegeschäft, während der Vater zusätzlich eine Arbeit in Dienstuniform und die Schwester eine als Verkäuferin annimmt. Sie finden sich somit mit der Situation ab, dass Gregor nicht mehr fähig ist, sie zu ernähren und ergreifen nun selbst Initiative. Das Dienstmädchen wird nun entlassen (S.37,z.12f.) und die Familie überlegt, in eine andere Wohnung einzuziehen, was aber niedergeschlagen wird, da es ein Problem darstellt, den Käfer zu transportieren (S.37,z.21ff.).

Grete hält es nicht mehr für notwendig, sich sorgfältig um ihren Bruder zu kümmern. So stellt sie zum Beispiel lieblos Essen in sein Zimmer und sorgt sich wenig darum, ob die Nahrungsmittel aufgegessen wurden, oder nicht. Das Aufräumen, das Grete regelmäßig in Gregors Zimmer vollzogen hat, wird nun so schnell wie möglich hinter sich gebracht, was schließlich, zusammen mit der Unterbringung von Gegenständen in dem Raum, zur Verwahrlosung dieses führt. Für die zunehmende Belastung wird nun ein neues Hausmädchen zur Hilfe gezogen (S.39,z.18). Gregors Situation verschärft sich zunehmend, indem er „fast gar nichts mehr“ isst (S.40,z.3). Folgend wird alles unter der Anwesenheit der Zimmerherren geschildert (S.40,z.35 bis S.44,z.25). So wird der Käfer vermehrt von Familiengeschehen isoliert beispielsweise des Öfteren in seinem Zimmer eingesperrt, wenn die Mieter des Zimmers im Wohnzimmer Platz nehmen (S.40,z.35f.). Als einmal vergessen wurde, die Türe zu zu sperren und sich die Bewohner des Zimmers zum Essen im Wohnzimmer befinden, lauscht die Käfergestalt nun der Geige spielenden Schwester zu, was auch den Vermieter keineswegs stört. Das spielende Mädchen wird von dem Käfer gemustert und beschrieben. Gregor beschließt, zu seiner Schwester zu schreiten, um mit ihr in sein Zimmer zu gehen, damit sie dort weiterspielen kann. Dabei wird er allerdings von den Zimmerherren entdeckt. Diese kündigen und drohen mit Weiteren finanziellen Forderungen (S.44,z.26). Die Seiten 44 (z.26) bis 47 (z.19) dramatisieren Gregors deprimierende Einstellung und seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand. Gregor wird zu zum einen durch „die Enttäuschung über das Misslingen seines Planes“ (S.44,z.31ff.), zum anderen durch seinen Hunger und dem daraus resultierenden Mangel an Essen, enorm geschwächt (S.44,z.31ff.). Die Schwester äußert zuerst, dass es nicht so weiter gehen könne (S.44,z.40) und sie versuchen müssten, Gregor loszuwerden (S.44,z.43). Der Vater stimmt Grete zu, wobei sich die Mutter nicht mehr fassen kann und außer sich ist (S.45,z.3ff.).

Mit dem Gedanken, dass der Käfer nicht Gregor entspricht, da dieser sonst „freiwillig fortgegangen“ (s.45,z.39)wäre, kann die Familie die Gedanken, ihn loswerden zu wollen akzeptieren. Gregor will nur in sein Zimmer zurückgehen, was ihm viel Kraft kostet (S.46,z.25ff.). Sofort nach der Ankunft im Raum wird Gregor wieder weggesperrt. Die Beine des Käfers knicken ein, weshalb er sich letztlich überhaupt nicht mehr rühren kann. Den Scherz des verfaulten Apfels spürt er kaum noch (S.47,z.9ff.). Mit dem abschließenden Gedanken an seine Familie stirbt er folglich in seinem Zimmer (S.47,z.11ff.). 

Der letzte Abschnitt im Buch (S.47,z.19 bis S.50,z.42) ist geprägt durch das letztlich unbeschwerte und beruhigte Leben nach Gregors Tod. Nachdem die Bedienstete den leblosen Körper Gregors wahrgenommen hat und sich alle am Ort des Geschehens versammeln, dankt der Vater Gott für die scheinbare Erleichterung (S.48,z.8), während die Mutter und die Schwester die Personen im Geschehen sind, die bedrückt über den Tod sind. Der Vater schickt die noch im Haus wohnenden Mieter aus der Wohnung. Alle sind nach dem Fortgehen der Zimmerherren „wie erleichtert“ (S.49,z.23f.). Ein Tag zum Ausruhen und Spazierengehen wird eingerichtet, da sie eine „Arbeitsunterbrechung“ (S.49,z.26) benötigen. Der Vater meint, dass die Bedienstete schon am Abend entlassen werden soll (S.50,z.10) und fordert die restliche Familie auf, ihn zu umarmen. Die vermeitlich vielversprechenden Aussichten der Familie, einen bereits erwähnten Wohnungswechsel zu gestalten und die Tochter zu verheiraten, werden beim Ausflug besprochen.

Nina P.

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